Ausgefeilte Texte

Diese kleine Textwerkstatt greift auf, was am Rande der Recherchen und beim Suchen nach neuen Themen nicht zu verwenden ist. Wissenschaft macht Spaß und manchmal begegnet man ihr unverhofft.Passend zur Jahreszeit über Inhaltsstoffe des Rasens.


Wie Regenwürmer ihren Darm vor Gerbstoffen schützen

Pflanzen produzieren Polyphenole, um Fraßfeinde abzuhalten. Einige von ihnen sind Bitterstoffe, andere wirken antibakteriell. Beim Fressen gelangen sie in den Verdauungstrakt, wo sie sich Enzyme heften und so deren Wirken einschränken. Forscher gingen der Frage nach, wie Regenwürmer dies vermeiden.

Die Wirbellosen schützen sich vor dem Abfangen ihrer Proteine, indem sie ihre Darmoberfläche mit Stoffen überziehen, die ihrerseits die Polyphenole abfangen. Die neu gefundenen Drilodefensine um-hüllen lösliche Proteine und verbessern so, dass sie sich lösen. Diese Hülle vermeidet zugleich, dass sich Polyphenole an die Proteine heften und etwa Enzyme blockiert werden. Diese Drilodefensine können in großer Menge im Regenwurm vorhanden sein. Ihr Schwefelanteil kann zwanzig Prozent des Gesamtschwefelanteils des Regenwurms ausmachen. [mehr]


Rasen harken

Den Rasen nach dem Mähen abzuharken, galt lange Zeit als lästig. Den Rasenschnitt fing ein Korb auf. Warum erlebt das Harken des Rasens eine Renaissance? Symmetrisch ausgerichtete Stahlfinger in höherer Zahl ziehen durch die Halme, knicken sie leicht und lassen den typischen Geruch verströmen.

Flüchtige Aromaten steigen von frisch geschnittenen oder verletzten Gräsern auf. Jene Stoffe, die uns die Waldmeisterbowle würzen: Cumarine. Verwandte von ihnen stecken auch im Zimt und wie nun bekannt ist, sondern viele Pflanzen sie aus ihren Wurzeln aus, um Eisen aufnehmen zu können. Forscher sagen, es entspannt, Cumarine und andere flüchtige Stoffe einzuatmen. Es schützt sogar die Nervenzellen vor Schäden bei weiterem Stress. Die Gehirnregionen für Emotion und Gedächtnis, also Amygdala und Hippocampus, werden besonders beeinflusst. Sie sind Teil des limbischen Systems und daran beteiligt, Hormone auszuschütten. Diese sind nichts anderes als Botenstoffe zum Beispiel für Stress. [mehr]


Nähmaschinen im Internet der Dinge

Nähmaschinen für Textilien bekommen ihre Nahtvorgaben für ein Knopfloch via Display. Die Naht stoppt automatisch. Ein Pilotprojekt verwirklichte, dass in Deutschland die Knopflochlänge für die Nähmaschinen am Produktionsstandort in Asien gesteuert werden kann. Diese Entwicklung sei natürlich sinnvoller für Maschinendaten wie Betriebstemperaturen oder um eine Charge mit defektem Nähgarn zu stoppen, erfahre ich im Gespräch. Richtig interessant wird das bei exklusiveren Nähten, deren Produkte wie Airbags dann ein individuelles Label bekommen – für gezielte Rückrufaktionen in die Werkstatt. [mehr]